
Frames Layers Pages 2: Imagefilm für das Labenwolf-Gymnasium Nürnberg
Moin!
Schön, dass du wieder dabei bist und willkommen zur zweiten Ausgabe von Frames, Layers & Pages – meinem Blog, in dem ich dich hinter die Kulissen meiner Arbeit als freiberuflicher Content-Creator und Drahtzieher hinter chs.grf mitnehme. Diesmal gibt es einen spannenden Behind-the-Scenes-Bericht zur Entstehung eines besonderen Projekts: Ein Imagefilm über das Ganztagsangebot am Labenwolf-Gymnasium Nürnberg. Ich stelle dir den Auftrag vor, berichte von den besonderen Herausforderungen beim Filmen mit Kindern, nehme dich durch den gesamten Produktionsprozess mit und ziehe am Ende ein überraschendes persönliches Fazit. Außerdem habe ich einige spannende Bilder, Verlinkungen und Grafiken eingefügt, die das Ganze noch anschaulicher machen. Viel Spaß beim Lesen!
Zu Gast in der Schule der Wölfe 🐺
In meinem letzten Blogbeitrag habe ich erzählt, wie meine kreative Reise begann, warum ich nach einer längeren Pause wieder als Content-Creator durchgestartet bin und wie dieser Blog entstanden ist (hier nachlesen). Seither durfte ich an einigen spannenden Projekten mitarbeiten und neue Erfahrungen sammeln. Der nächste Stopp auf dieser Reise führte mich direkt zum Labenwolf-Gymnasium Nürnberg – oder kurz: „Labo“.
Im Januar 2025 erhielt ich die Gelegenheit, ein Video für die Schule zu produzieren. Die öffentliche Einrichtung benötigte den Film für ihre Website und Infoveranstaltungen, um das Ganztagsangebot für Schüler*innen und Eltern ansprechend zu präsentieren. Allerdings kam die Umsetzung im Schulalltag nur schleppend voran, und die Deadline rückte gefährlich nahe. Da ich zu dieser Zeit meinen Wiedereinstieg in die Kreativbranche vorbereitete und mein Portfolio erweitern wollte, bot ich mich als Produzent für den Film der Schule an. Ein spannendes Projekt mit kreativen Möglichkeiten – genau mein Ding!

Imagefilm Labenwolf-Gymnasium: Der Projekt-Überblick 🎬
Nach dem ersten Kontakt mit der Schulleitung und den pädagogischen Fachkräften war schnell klar: Wir waren uns einig! Es gab bereits eine grobe Vorstellung, wie der Imagefilm für den Ganztag am Labenwolf-Gymnasium aussehen sollte. Zudem existierte bereits ein älterer Imagefilm der Schule, an dem ich mich orientieren konnte – gleichzeitig hatte ich aber viel kreative Freiheit.
Im Dezember 2024 erarbeitete ich auf Basis der offiziellen Schulwebsite drei unterschiedliche Konzepte für den Imagefilm:
- Ein Rundgang durch die Schule – Der Schulleiter führt durch verschiedene Bereiche und stellt das Ganztagsangebot vor.
- Ein klassischer Imagefilm – Abwechslungsreiche Szenen mit Interviews von Lehrkräften und Schüler*innen.
- Ein Schülerzentrierter Film – Die Schüler*innen selbst präsentieren das Angebot, interviewen den Schulleiter und stehen im Fokus.
Zur großen Freude entschied sich die Schule für Variante 3 – mein persönlicher Favorit! Danach folgte die technische Planung: Format, Länge, Codec und Auflösung wurden festgelegt, um eine optimale Nutzung auf der Schulwebsite und für Präsentationen zu gewährleisten. Mit dem fertig ausgearbeiten Drehbuch und einem Szenenplan ging es dann im Januar vor Ort an den Dreh, um das nötige Matrial aufzunehmen und schließlich wurde alles in der Postproduktion zu einem fertigen Imagefilm zusammengestellt und der Schule übergeben.
Filmen mit Kindern: Herausforderungen und kreative Lösungen 🎥
Wichtige rechtliche Aspekte für Filme mit Kindern
Das Filmen mit Kindern bringt besondere Herausforderungen mit sich – insbesondere rechtliche Fragen zu Datenschutz und Bildrechten. Bei Arbeiten mit Kindern gilt außerdem das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG). Dort wird nach Altersgruppen ganz klar geregelt, ob, in welchem Umfang und unter welchen Bedingungen Minderjährige aktiv an einer FIlmproduktion mitwirken dürfen, ob Ausnahmeregelungen bei der zuständigen Aufsichtsbehörde eingeholt werden müssen, wie die Begleitung vor Ort auszusehen hat und so einiges mehr. Glücklicherweise hatte das Labenwolf-Gymnasium bereits Erfahrung mit solchen Projekten und kümmerte sich um die Organisation der Einverständniserklärungen der Eltern. An jedem Drehtag war zudem eine pädagogische Fachkraft, als bekannte Bezugsperson für die Kinder dabei.
⚠️ Wichtiger Hinweis: Für Filmprojekte mit Kindern ist eine sorgfältige rechtliche Planung unerlässlich. Wer sich unsicher ist, sollte immer eine juristische Beratung einholen!

Der Dreh mit den „Wölfchen“ vom Labenwolf-Gymnasium
Ich muss ehrlich sagen: Filmen mit Kindern ist eine Herausforderung.
Der erste Moment, wenn eine Horde Fünft- und Sechstklässler*innen auf dich und deine empfindliche Kamera zustürmt – Adrenalin pur! Aber sobald sich der Puls wieder normalisierte, war es eine richtig schöne Erfahrung. Die Kids waren motiviert, stellten neugierige Fragen und hatten sichtlich Spaß an der Produktion.
(„Warum ist das Bild auf der Kamera so bunt wie ein Regenbogen?“ – Technische Erklärung: Falschfarben zur korrekten Beleuchtungseinstellung.
„Was ist dein Lieblingspokémon?“ – Glurak, obviously?)
Besonders herausfordernd war die Flexibilität, die der Dreh erforderte. Kinder setzen Dinge anders um, als man es vielleicht erwartet. Deshalb wurde aus dem detaillierten Drehbuch schnell ein „Serviervorschlag“, und ich musste mich auf spontane Änderungen einlassen. Besonders interessant war zu beobachten, wie unterschiedlich die Kinder auf die Kamera reagierten. Manche waren absolute Naturtalente, während andere erst durch kleine Aufwärmübungen aus ihrer Komfortzone herauskamen. Aber das ist vollkommen normal, so eine Kamera kann auch einfach sehr einschüchternd sein. Die richtige Mischung aus Bremsen, Motivieren, Zuhören, Quatsch machen und klaren Ansagen hat es letztlich gerichtet… und am Labenwolf ist es natürlich besonders nützlich, wenn man gut mit den kleinen Wölfen heulen kann (hehe).
Das Ergebnis: Natürliche, authentische Aufnahmen für den Imagefilm des Gymnasiums.
Einblicke in den Produktionsprozess fürs Labenwolf-Gymnasium
Vorproduktion: Die Basis für ein gutes Image
Eine solide Vorbereitung ist das A und O. In der Bedarfsanalyse mit der Schule legten wir den Rahmen fest:
- Dauer: ~3 Minuten – kurz genug, um die Aufmerksamkeit zu halten, aber lang genug für relevante Inhalte.
- Format: MPEG-4 (H.264) mit AAC-LC Audio, 30 FPS – ideal für YouTube.
- Auflösung: 2K (2:1) – optimaler Kompromiss zwischen Web & Beamer-Projektionen.
Ich entwickelte die drei anfangs genannten Konzepte, die das Ganztagsangebot unterschiedlich in Szene setzen anhand der offiziellen Website der Schule. Wie bereits berichtet, wurde sich für die dritte Variante entschieden – zu meiner großen Freude! Also ging es an Drehbuch und Szenenplan.

Dreh vor Ort: Struktur trifft Spontanität
Die Dreharbeiten verliefen weitgehend reibungslos. Da ich als One-Man-Show agierte, war Multitasking angesagt: Kameraeinstellungen prüfen, Licht setzen, Ton checken – und gleichzeitig Regie führen. Durch den Schulalltag bedingt, musste ich flexibel arbeiten und mich dem Stundenplan anpassen, was den Dreh an einen Eventfilm erinnern ließ: Wenig Wiederholungen, alles muss beim ersten Mal sitzen, viel Spontanität. Dazu noch die ganzen Besonderheiten mit den Wölfchen (ich wiederhole das jetzt nicht, hast du ja oben schon gelesen *zwinker*).
Herausfordernd, aber genau mein Ding!
Postproduktion: Das Labenwolf-Gymnasium in Szene setzen
Ich liebe jede Phase der Produktion, aber die Postproduktion hat ihren eigenen Zauber. Die einzige Vorgabe: klassische Musik, passend zum musischen Gymnasium. Der Rest war war zum Austoben da:
- (klassische) Musik mit Swing – um Dynamik zu erzeugen.
- J- & G-Cuts – für flüssige Übergänge.
- Titelkarten mit knalligen Schriften – weil wir das lieben!
- Warmes Color-Grading mit Vintage-Look – für eine cineastische Optik.
- Filmgrain – für das gewisse Etwas.
Ein amerikanischer Filmemacher (C. Neistat) hat mal gesagt, dass man nicht scheitern kann, wenn man tut, was man liebt. Und hier habe ich gemacht, was ich am liebsten tue: hochwertige 4K-Aufnahmen in alten Vintage-Filme verwandeln. Natürlich muss das auch alles zum Projekt passen, aber ich denke das tut es hier. Insgesamt ist ein Film entstanden, der optisch gut etwas her macht, die Kinder in den Mittelpunkt rückt und damit eine sehr charmante Erzählweise hat. Der Look schreit nach analog und lässt alles ein bisschen größer wirken, gleichzeitig holt er Eltern als potentielle “Kunden” für den Ganztag mit ein wenig Nostalgie ab – und die Testimonials der Kinder sind halt einfach Zucker.

Filmen am Labenwolf-Gymnasium: Eine überraschende Erkenntnis… über Schulen.
Am Ende steht ein abgeschlossener Auftrag, und ein fertiger Imagefilm für das Labenwolf-Gymnasium. Aus jedem Projekt, das ich beende, nehme ich etwas mit – Erfahrungen und neue Erkenntnisse. Diesmal war es eine persönliche Erkenntnis, oder besser gesagt ein Vergleich, der ganz automatisch entstanden ist und dessen Ergebnis mich doch überrascht hat. Ich muss gestehen, dass ich zu Beginn etwas voreingenommen an diesen Auftrag herangegangen bin, da die Erinnerungen an meine eigene Schulzeit nicht gerade positiv sind. Ich habe mein Abitur damals an einem kleinen Land-Gymnasium absolviert. Meine Zeit dort war unangenehm und das genaue Gegenteil davon, was ich beobachten konnte:
Natürlich kann ich nach zwei Tagen vor Ort nicht sagen, ob es am Labenwolf-Gymnasium liegt oder ob sich im Schulwesen generell etwas verbessert hat. Aber ich war sehr überrascht, wie engagiert und wohlwollend die Lehrer*innen und Pädagog*innen, die ich kennenlernen durfte, auf die Schüler*innen eingegangen sind. Während des Drehs habe ich nicht nur beobachten können, dass die Schule sehr bemüht war, eine Lernsituation zu schaffen, die für alle Schüler funktioniert, sondern auch, dass die Begleitpersonen sehr darauf bedacht waren, auf die Anliegen und Sorgen der Schülerinnen einzugehen und Lösungen zu finden, die mit dem Schulleben vereinbar sind oder weiterführende Hilfe anbieten. Und das alles mit viel Herzblut, Augenhöhe und Verbindlichkeit.
Aus diesem Projekt nehme ich auf jeden Fall mit, dass zumindest das Labenwolf-Gymnasium eine gute Schule zu sein scheint. Das lässt doch hoffen.
Bis zum nächsten Mal!
Das war die zweite Ausgabe von „Frames, Layers & Pages“. Mittlerweile habe ich auch schon viel Feedback zum Imagefilm bekommen. Und das war durchweg positiv. Worauf ich auch natürlich auch gesapnnt bin, ist dein Feedback. Hast du Erfahrungen mit dem Labenwolf-Gymnasium oder Fragen zur Filmproduktion? Schreib es mir in die Kommentare!
In der nächsten Ausgabe geht es um die spannenden Synergien zwischen Sozial- und Kreativberufen. Bleib dran!
Den Film könnt ihr übrigens hier auf der Schul-Website sehen.
Bis bald und danke fürs Lesen!